Erzsébet Fehér Cup
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Alumni der Semmelweis Universität · seit 2018
Jährliches Golfturnier Budapester Kommilitonen und Freunde.
Erzsébet Fehér
Anatomin der vegetativen Innervation, Budapest
Die Eigenständigkeit des Nervensystems unserer Hohlorgane beschäftigt die Forschung bis heute. Es geht um lokale Reflexbögen in der Darmwand, um die afferente Signalgebung der Harnblase, um den Dialog zwischen Nervenendigung und Immunzelle. Dieses Feld hat Erzsébet Fehér über sechs Jahrzehnte hinweg mit dem Elektronenmikroskop vermessen.
Geboren im Spätsommer 1940, schloss sie 1964 ihr Medizinstudium an der Budapester Semmelweis-Universität ab. Ihr Goldenes Diplom nahm sie 2014 entgegen und sprach bei dieser Feier im Namen aller Jubilare. Ihre gesamte Laufbahn verbrachte sie an einem einzigen Haus, dem Anatomischen, Histologischen und Embryologischen Institut in der Tüzoltó utca, wo sie das Labor für vegetative Innervation leitete. 1975 wurde sie mit einer Arbeit über Struktur und Funktion der Nervenelemente des Dünndarms zur Kandidatin der medizinischen Wissenschaften promoviert, 1983 folgte das Doktorat der Akademie mit der Schrift über die Innervation von Dünndarm und Harnblase. Als ihre Vorbilder nannte sie stets Professor Szentágothai, Professor Palkovits und ihren Bruder, den Hepatologen János Fehér.
Neun Jahre lang war sie Prodekanin der Zahnmedizinischen Fakultät und die Professorin, unter deren Leitung das Institut den gesamten Anatomieunterricht der Zahnmediziner bestritt. Aus dieser Verantwortung erwuchs ihr Lehrbuch der maxillofazialen Anatomie, das zwischen 2001 und 2020 vier Auflagen erlebte. 2015 gab sie überdies die zehnte Auflage des Standardwerks „Anatómia–Élettan" von Tibor Donáth heraus. Noch mit achtzig Jahren leitete sie die Praktika der deutschsprachigen Studierendengruppen.
Ihr wissenschaftliches Werk umfasst ein Buch, gut dreißig Buchkapitel und über zweihundert Originalarbeiten. Es folgt einer bemerkenswert klaren Linie. Zuerst galt die Frage dem Ort, also der Feinstruktur der intramuralen Plexus, den Interstitialzellen von Cajal, den Degenerationsanalysen nach Vagotomie und Sympathektomie und der retrograden Markierung mit Meerrettichperoxidase. In den achtziger Jahren trat die Frage nach dem Inhalt hinzu, und es entstand, vielfach gemeinsam mit Geoffrey Burnstock in London, eine breite Kartierung peptiderger Nervenfasern: Substanz P, VIP, Somatostatin, Neuropeptid Y, CGRP und Galanin. Später kamen Leber, Gallenwege und die Sphinkteren hinzu, ebenso die nitrergen Neurone von Pylorus und Sphincter Oddi.
Zwischen 1979 und 1983 entstand eine dichte Serie urologisch bedeutsamer Arbeiten: zur Ultrastruktur der Nervenzellen der Harnblasenwand, zu interneuronalen Synapsen in den intramuralen Blasenganglien, zur quantitativen Innervation der glatten Muskelzellen des Detrusors, zur Verteilung der primär sensorischen Endigungen und zur sympathischen Versorgung der Blase, zur Innervation des Harnleiters sowie, an humanem Material, zur Muskulatur des ureterovesikalen Übergangs. Ihr Befund war seiner Zeit voraus. Die Harnblase besitzt ein eigenständiges intramurales Neuronennetz aus sensorischen, motorischen und Interneuronen mit lokalen Reflexbögen, das die extrinsische Innervation lediglich anstößt und hemmt. 1987 trug sie vor der Ungarischen Gesellschaft für Urologie über die funktionelle Anatomie des oberen Harntrakts vor.
Ab den späten neunziger Jahren wandte sie sich einer dritten Frage zu, nämlich der, mit wem diese Nerven eigentlich sprechen. Es folgte eine lange Reihe von Arbeiten zum direkten morphologischen Kontakt zwischen peptidergen Nervenendigungen und Immun- beziehungsweise Mastzellen, untersucht bei Morbus Crohn und experimenteller Kolitis, bei Helicobacter-pylori-Gastritis, beim Sjögren-Syndrom und bei autoimmuner Lebererkrankung. Die Neuroimmunmodulation der Schleimhäute blieb bis zu ihren letzten Veröffentlichungen um 2020 ihr Thema.
2011 erhielt sie das Ritterkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn, 2013 wurde ihr der Titel Professor Emerita verliehen, 2018 die Árkövy-Gedenkmedaille, die höchste Auszeichnung der Zahnmedizinischen Fakultät ihrer Universität.
Erzsébet Fehér gehört zu jener Generation, die die ungarische Neuroanatomie aus dem Gehirn in die vegetative Peripherie verlängert hat. Vieles davon erschien in Zeitschriften, die heute kaum noch gelesen werden. Wer genauer hinsieht, findet dort Arbeiten von überraschender Frische.
Geschichte des EFC
Gefürchtet im Hörsaal. Umkämpft auf dem Golfplatz.
Im Juli 2017 saßen wir nach einer Runde im Birdie am Tegernsee. Es war einer dieser Abende, an denen niemand so recht nach Hause will, und irgendwann kam das Gespräch dorthin, wo es bei uns immer hinkommt: auf Budapest. Auf Leute, von denen man seit dem Examen nichts mehr gehört hat. Auf die schlichte Tatsache, dass man sich nach dem Studium aus den Augen verliert, wenn man sich nicht verabredet, oder es nur sporadisch tut.
Also verabredeten wir uns. Nicht auf ein Bier irgendwann, sondern auf etwas mit festem Datum: ein Turnier unter Freunden, einmal im Jahr, für alle aus unserer Budapester Zeit und für die, die uns später wichtig geworden sind. Eine Runde Golf, ein Wanderpokal, ein Grund zusammenzukommen.
Am nächsten Morgen war die Idee immer noch gut. Bei Abendideen ist das keine Selbstverständlichkeit, also nahmen Peter und Paulo diese Aufgabe in die Hand.
Golf war in der Runde ohnehin ein Thema, deshalb standen die ersten Teilnehmer schnell fest. Ein paar mussten noch kurzfristig die Platzreife machen, andere wollten bis zum Sommer an ihrem Spiel feilen. Es wurde ein Winter voller Telefonate. Die Reaktionen reichten von sofortiger Zusage bis zu der ehrlichen Rückfrage, ob man dafür überhaupt Golf spielen können müsse.
Der Pokal kam über Umwege von der Firma Hentzen in München zu uns. Zwei Bedingungen musste er erfüllen: Er sollte groß genug sein, dass man ihn ernst nimmt, und ein Schild tragen können, auf dem viele Jahre Platz haben.
Dazu brauchte es einen Namen, ein Logo und ein Format. Dass die Semmelweis darin eine zentrale Rolle spielen würde, stand außer Frage. Beim Format war die Entscheidung schnell klar: Stableford, netto gewertet. Nur so kann jemand mit Handicap 54 gegen jemanden mit Handicap 3 gewinnen, und genau das sollte möglich sein. Wer nur einmal im Jahr spielt, soll trotzdem eine Chance auf den Pokal haben. Dass diese Rechnung aufgeht, hat sich seither mehrfach gezeigt.
Blieb der Platz. Für den Einstieg fiel die Wahl auf den Open 9 Golf Eichenried, weil der Aufwand überschaubar blieb: neun Löcher, Abschlag von der Matte, relativ kurz. Gut für alle. Der Termin fiel auf den ersten Samstag im August, und bei diesem Rhythmus ist es geblieben.
Im August 2018 war es dann so weit. Neun Leute, Open 9 Golf Eichenried, ein Samstag. Peter gewann die erste Auflage mit 47 Nettopunkten und nahm den Pokal mit nach Hause. Seitdem hat das Turnier jedes Jahr stattgefunden, immer an einem Samstag, immer Anfang August, immer auf einer anderen Anlage. Von Treudelberg vor den Toren Hamburgs bis Waakirchen am Tegernsee.
Der Pokal trägt den Namen von Erzsébet Fehér, unserer Anatomieprofessorin an der Semmelweis Universität. Für viele von uns ist ihr Name untrennbar mit dem ersten Studienjahr verbunden, und zwar mit gemischten Gefühlen.
Wer bei ihr Anatomie gelernt hat, weiß: Ein Spaziergang war ihre Prüfung nie. Es ging um Präzision, um Vorbereitung, und Nachlässigkeit fiel ihr zuverlässig auf. Damals hat uns das eher Angst gemacht als Freude. Im Rückblick ist die Wertschätzung gewachsen.
Vielleicht ist ihr Name deshalb auf dem Pokal gelandet. Beim Golf schadet es schließlich auch nicht, konzentriert zu bleiben, sauber zu arbeiten und Respekt vor der Aufgabe zu haben. Der Cup ist keine offizielle Veranstaltung der Universität, sondern eine private Verbeugung.
Neun Austragungen später steht einiges auf dem Schild. Felix Harder hat dreimal hintereinander gewonnen, 2023 bis 2025, und ist damit der bislang Erfolgreichste. Paulo war als Einziger bei allen neun Turnieren dabei. Claudius Schlemmer hält mit 65 Nettopunkten in Eschenhof den Rekord für die beste Runde, an die seither niemand herangekommen ist. Und 2021 in Weidenhof gab es tatsächlich ein Unentschieden: Julian Ueberschaar und Golo Aust hatten beide 38 Punkte, also stehen beide Namen auf dem Schild.
Das Feld ist über die Jahre gewachsen und wieder geschrumpft, je nachdem, wer gerade Dienst hatte, ein Kind bekam oder in eine andere Stadt gezogen war. Genau dafür ist der feste Termin da. Wer einmal nicht kann, kommt im Jahr darauf wieder.
Ehrlich gesagt geht es nur zum Teil um Golf. Es geht um den Abend davor und danach, um alte Geschichten, die jedes Jahr ein bisschen besser werden, und um die Feststellung, dass man sich nach zwölf Monaten sofort wieder versteht.
Der Pokal wandert weiter. Was bleibt, ist die Runde.
Ergebnisse
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